Echter Ceylon-Tee - eine wohlschmeckende Köstlichkeit Auf der ganzen Welt ist kein anderes Produkt aus Sri Lanka ist so berühmt wie der Ceylon-Tee. Mehr als 3.000 Plantagen im Bergland bilden das Rückgrat der ceylonesischen Exportwirtschaft. Immerhin bestreitet der "Ceylon-Tee" zwei Drittel aller Exporte des Landes. Wie Teppiche überziehen die Teesträucher die sanften Hügel. Es waren die Briten, die Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Teeplantagen auf Sri Lanka anlegt hatten. Und noch heute werden die Plantagen trotz der Verstaatlichung in den 70iger Jahren nach britischer Tradition betrieben.
Wir wollten uns einmal an Ort und Stelle ansehen, wie so ein Ceylon-Tee produziert wird. Deshalb fuhren wir in Richtung Pusselawa und besichtigten dort eine Teefabrik. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir natürlich auch einiges über den Anbau. Einfach ausgedrückt kann man sagen: Je höher die Lage der Plantagen, desto besser die Qualität des Tees. Vor allem der Hochlandtee in Lagen von 1.200 bis 2.250 Meter begeistert die Feinschmecker des Teegenusses in aller Welt.
Alle zwei bis fünf Jahre muss ein Teestrauch beschnitten werden. Sonst würde er Blüten tragen und eine Höhe von zehn Meter erreichen. Das will man jedoch vermeiden. Alle Kraft soll den Blättern zugute kommen. Außerdem würden zu große Sträucher Probleme beim Pflücken bereiten. Um die hohe Qualität des Ceylon-Tees zu garantieren, werden die Blätter nämlich ausschließlich per Hand gepflückt.
Im Abstand von drei bis vier Wochen durchkämmen die Pflückerinnen die Plantagen, auf denen die Pflanzen zur besseren Handlichkeit auf etwa ein Meter Höhe gehalten werden. Ein hohe Qualität garantiert die traditionelle Pflückregel: "Zwei Blätter und die Knospe". Die jungen, grünen Blätter werden in einen Korb geworfen, den die Pflückerinnen, es handelt sich fast ausschließlich um Frauen, in einen großen Korb werfen, den sie auf dem Rücken tragen.
Anschließend werden diese Körbe werden in der Teefabrik abgeliefert. Pro Tag pflückt eine Arbeiterin durchschnittlich 24 Kilogramm Blätter. Das ergibt einen Ertrag von etwa sechs Kilogramm fertigen Tee. Ihren Lohn erhalten die Pflückerinnen je nach Menge der abgelieferten Blätter.
In der Fabrik werden die Teeblätter zunächst zehn bis zwanzig Stunden lang zum Trocknen und Welken ausgebreitet. Dabei verlieren sie rund dreißig Prozent ihrer Feuchtigkeit. Anschließend werden sie unter starkem Druck etwa dreißig Minuten lang gerollt. Auf diese Weise werden die Zellen aufgebrochen und der Zellsaft wird mit Sauerstoff verbunden. Der dadurch eingeleitete Gärungsprozess wirkt drei Stunden lang auf die Blätter, die man auf Zementplatten auslegt hat, ein. Die jetzt bräunlich roten Blätter werden anschließend mit Heißluft geröstet und so erreichen sie ihre endgültige, schwarze Farbe.
Nach dem Abkühlen werden die Blätter nach Größe sortiert und gereinigt. Bei den unterschiedlichen Qualitätsstufen, handelt es sich übrigens nicht um verschiedene Sorten, sondern um unterschiedliche Teile der verarbeiteten Teeblätter. Wobei man darauf hinweisen sollte, dass die letzten Überbleibsel als Teebeutel in die Verpackung gelangen. Dann geht die "kostbare Ware in die Verpackung.
Selbstverständlich hatten wir Gelegenheit, das wohlschmeckende Endprodukt zu probieren. Großzügig schenkten uns die Damen eine Tasse des aromatischen Ceylon-Tees ein. Eine wohltuende Kostprobe!
Reinen Ceylon-Tee kann man heute außerhalb Sri Lankas kaum noch bekommen. Meist handelt es sich um so genannte "blended-Tee", das sind, wie auch beim Kaffee üblich, verschnittene Sorten. Kein Wunder also, dass wir unsere Chance wahrgenommen und uns mit einen großen Vorrat an Tee direkt aus der Fabrik versorgt hatten.
Und immer, wenn wir zurück in Deutschland, gemütlich beim Tee zusammen saßen, kamen dann auch prompt die Erinnerungen an Sri Lanka zurück. Leider ging aber dann eines Tages auch diese kostbare Teeration zu Ende… Zur Bildergalerie ZURÜCK
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