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Die „Fünf-Hügel-Stadt“ Kandy PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 26. Juni 2008 um 16:24
Der Besuch der alten Königsstadt Kandy ist ein "Muss" für jeden Sri Lanka Reisenden

Der weiße Buddha wacht über KandyMalerisch von fünf Hügeln umgeben, liegt auf 500 Meter Höhe die letzte Königsstadt von Sri Lanka: Kandy. Im Westen wacht ein glänzend weißer Buddha über die Stadt, die im Mittelpunkt buddhistisch - singhalesischer Kultur steht. Im Tempel des Heiligen Zahn, dem Dalada Maligawa, wird der Augenzahn Buddhas aufbewahrt, eine der heiligsten Reliquien des Buddhismus. Sehenswert ist auch der nur etwa fünf Kilometer entfernte Botanische Garten von Peradeniya. Zweifellos der schönste Garten auf Sri Lanka.

 

 

Kandy - die Fünf-Hügel-StadtKandy ist quasi ein "Muss" für jeden Reisenden, der eine Tour durch Sri Lanka unternimmt. Und natürlich haben auch wir uns nicht davon abhalten lassen, die Stadt zu besuchen. Und es hat sich wirklich gelohnt. Durch die Höhenlage herrschen hier das ganze Jahr über angenehme Temperaturen von durchschnittlich 24 Grad Celsius. Dorthin zogen sich die Könige zurück, um sich gegen die zahlreichen Eroberungsversuche der unterschiedlichen Kolonialmächte zu verteidigen. Erst 1815, nach der Entmachtung des letzten Königs durch die Briten, wurde Colombo zur Hauptstadt der damaligen Kronkolonie Ceylon erklärt. Kandy behielt jedoch seine wirtschaftliche und vor allem religiöse Bedeutung.

 

Der Zahntempel in KandyIhre Bedeutung unter den gläubigen Buddhisten erlangt Kandy als Aufbewahrungsort der heiligsten Reliquie, ein Zahn des Gautama Buddha. In der Überlieferung heißt es, nachdem Buddha ins Nirwana eingegangen war, sei sein Leib verbrannt worden. Aus der Asche wurden anschließend verschiedene Reliquien entnommen, darunter auch vier Zähne. Zwei dieser Zähne sind verloren gegangen. Einen erhielt der König von Kalinga, dem heutigen Orissa, als Geschenk. Durch die in Indien immer stärker werdende Verdrängung des Buddhismus durch den Hinduismus, glaubte der König die wertvolle Zahnreliquie in Gefahr. Versteckt unter der Frisur einer buddhistischen Nonne wurde deshalb der Zahn nach Sri Lanka geschmuggelt und dem dortigen König übergeben.

 

Der Zahntempel in Kandy bei NachtIm Laufe der Jahrhunderte wanderte die Reliquie, die gleichzeitig auch immer das Attribut des rechtmäßigen Herrschers war, von einem Aufbewahrungsort zum anderen. Um ihren Besitz wurden sogar Kriege geführt. Im Jahr 1650 gelangte der Zahn dann in die Hände der Portugiesen, die ihn dem Erzbischof der indischen Kolonie Goa übergaben. Als Zeichen für das Christentums ließ dieser den Zahn zertreten und verbrennen. Aber die Buddhisten sind davon überzeugt, dass es sich dabei nur um eine Kopie gehandelt hatte und der echte Zahn sich noch heute im Tempel von Kandy befindet. Heute schützen kugelsichere Glastüren den Schrein, in dem die kostbare Reliquie aufbewahrt wird.

 

Im Inneren des Zahntempel in KandySelbstverständlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, an einer der täglichen religiösen Zeremonien, die mit einer kleinen Prozession durch den Tempel führen, teilzunehmen. Ohrenbetäubende Gongschläge kündigen die "Puja" an, die die einzige Gelegenheit bietet, den Reliquienschrein zu besichtigen. Wie alle buddhistischen Stätten darf der Zahntempel nur mit "anständiger" Kleidung, ohne Hut und barfuss betreten werden. Die Schuhe können am Eingang abgestellt werden. Im Inneren des Tempels geht es zunächst an zahlreichen Malereien und mehreren Buddhastatuen vorbei zum Oktagon, wo einst der Thron der der Könige von Kandy stand. Heute werden hier die wertvollen Palmblätter, Ola-Manuskripte, verwahrt.

 

Der Goldene Buddha im Zahntempel in KandyDurch zwei prächtige Türen, die mit Malereien und Einlegearbeiten aus Elfenbein, Silber und Kupfer ausgeschmückt sind, gelangten wir in den ältesten Teil des Tempels, dem Reliquiensaal. Und hier sahen wir dann den Schrein. Andächtig legten die Gläubigen ihre Opfergaben, meist Blüten, davor nieder. Ein zugleich prachtvoller wie auch eindrucksvoller Anblick. Der Schrein ruht auf einer goldenen Lotosblüte und setzt sich aus sieben Miniatur-Dagobas zusammen, die wie bei einer russischen Puppe ineinander gesteckt sind. Die wertvollste ist die Innerste, denn darin wird die kostbare Reliquie, der Zahn aufbewahrt. Die Dagobas sind mit Smaragden, Perlen, Rubinen und Katzenaugen verziert. Jede einzelne der sieben Dagobas ist verschließbar. Die Reliquie selbst, den Zahn Buddhas, bekommt man natürlich nicht zu sehen. Es heißt, er soll 5 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit sein.

 

Der Zahntempel in KandyLeider konnten wir der alljährlichen großen Prozession in Kandy, der Esala Perahera, nicht beiwohnen, da wir uns zum falschen Zeitpunkt auf Sri Lanka aufhielten. Zu diesem religiösen Fest, das jeweils im ersten Vollmond des Monats Esala (Ende Juli/Anfang August) stattfindet, strömen tausende buddhistische Pilger und Touristen nach Kandy, um die farbenprächtige Prozession zu bewundern. Mehr als einhundert Elefanten, begleitet von Trommlern und Trompetern in historischen Kostümen, Würdenträgern in traditionellen Uniformen, Tänzern, Peitschenknallern, Feuerschluckern und Akrobaten ziehen mit Aufsehen erregender Fackelbeleuchtung durch die Stadt. Hauptattraktion ist ein prächtig geschmückter Elefant, der eine Kopie der Zahnreliquie auf seinem Rücken trägt. Leider haben wir dieses fantastische Erlebnis versäumt…

 

Der Eingang zum Botanischen Garten bei KandyAm nächsten Morgen unternahmen wir einen Ausflug zum Botanischen Garten von Peradeniya, der etwa fünf Kilometer von Kandy entfernt ist. Diese traumhafte Grünanlage, die zu Recht als der schönste Botanische Garten von Sri Lanka bezeichnet wird, wurde bereits im 14. Jahrhundert von König Vikrama Bahu III angelegt und diente lange Zeit als Lustgarten der Herrscher von Kandy. Auf dem sechzig Quadratmeter großen Gelände wachsen über 4.000 verschiedene Pflanzenarten.

 

Orchideen im Botanischen Garten bei KandyNach einer Besichtigung des Gewürzgartens, betraten wir das Orchideenhaus. Die Vielfalt der Farben und Formen dieser herrlichen Blüten ist atemberaubend. Hier konnten wir auch eine von Frau Kiesinger, Gatten des Ex-Bundeskanzlers, gezüchtete Orchidee bewundern.

 

 

 

Der Banyanbaum im Botanischen Garten bei KandyNach einem Bummel im Schatten auf der Allee der Königspalmen kamen wir zur Hauptattraktion des Botanischen Gartens: der "Gigant Java Fig Tree", der vermutlich größte Banyanbaum der Welt. Seine Krone bedeckt eine Fläche von fast 2.000 Quadratmeter. Ein imposanter Anblick! Mehrere Stelzen stützen den riesigen Baum, der bereits im Jahr 1861 gepflanzt wurde.

 

Bambus im Botanischen Garten bei KandyZum Abschluss unseres Rundgangs durch den faszinierenden Garten, bestaunten wir am Ufer des Flusses Mahaweli Ganga einige Bambusse. Wenn man die riesigen Gewächse sieht, kann man kaum glauben, dass der Bambus eine Grasart ist. Er gehört der Familie der Süßgräser an.

 

Am Abend besuchten wir eine Vorstellung der Kandy-Tänze. Obwohl es sich natürlich um eine Veranstaltung speziell für Touristen handelte, vermittelte sie uns dennoch einen nachhaltigen Eindruck. Ursprünglich wurden diese Tänze bei jedem religiösen Fest vorgeführt. Im Lauf der Zeit entwickelten sie sich zu einer eigenen Kunstform. Das wichtigste Begleitinstrument ist bei den meisten Tänzen die Trommel. Ihr mitreißender Rhythmus führt die Tänzer bis zur Ekstase. Religiöse Zeremonien und Symbole, Heilung von Krankheiten, Exorzistische Rituale, Legenden, Sagen und Kriegsdarstellungen sind einige der Themen, die in den Kandy-Tänzen verkörpert werden. Wir können Ihnen deshalb raten, eine solche Veranstaltung bei ihrem Aufenthalt in Kandy einmal zu besuchen.

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Aktualisiert ( Freitag, 27. Juni 2008 um 11:01 )
 
 

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