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Anuradhapura – Kulturerbe der Menschheit PDF Drucken E-Mail
Montag, 30. Juni 2008 um 11:23
Sakrale Monumente und archäologische Ausgrabungsstätten zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der antiken Stadt Anuradhapura

Ruinen bei AnuradhapuraSeit mehr als 2.100 Jahren ist Anuradhapura die heilige Stadt des ceylonesischen Buddhismus. Die älteste singhalesische Hauptstadt wurde im 4. Jh. v. Chr. zur Residenz des Herrschers erhoben und konnte diesen Status fast 1.400 Jahre lang erhalten. Noch heute zeugen zahlreiche restaurierte sakrale buddhistische und profane Bauwerke von der einst glorreichen Vergangenheit. Im Jahr 1982 wurde Anuradhapura deshalb von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert.

 

Ruinen bei AnuradhapuraDie archäologischen Ausgrabungsstätten der alten Stadt Anuradhapura haben gewaltige Ausmaße, sie bedecken eine Fläche von rund 600 Quadratkilometer. Um wenigsten einen Teil der wichtigsten Monumente besichtigen zu können, muss man mindestens einen ganzen Tag einkalkulieren. Es gibt einfach zu viel zu erkunden auf dem weitläufigen Gelände.

 

Wächterstein in AnuradhapuraNach der Verwüstung der Stadt im Jahr 993 n. Chr. durch die Chola-Herrscher blieben nur noch die religiösen Bauten und Dagobas erhalten. Die religiösen Monumente blieben zwar weiter Anziehungspunkt der Bevölkerung, aber um die profanen Bauwerke des Altertums und die Errungenschaften der einstigen Zivilisation gerieten mehr oder weniger ins Vergessen. Erst zu Beginn des 20. Jh. setzten die Engländer erste Ausgrabungen und archäologische Forschungen an dieser bedeutenden, historischen Anlage in Gang. Heute werden die historischen Stätten gepflegt, Bauten soweit wie möglich restauriert. Als Touristenanziehungspunkt genießt Anuradhapura heute große wirtschaftliche Bedeutung.

 

Maha Bodhi Baum AnuradhapuraWie fast alle Touristen, die nach Anuradhapura kommen, galt unser erster Besuch dem heiligen Bodhi-Baum. Vier Stufen führen zum Eingangsbezirk des Maha Bodhi Baums. Sie symbolisieren die vier edlen Wahrheiten Buddhas, die edle Wahrheit vom Leiden, die edle Wahrheit von der Ursache des Leidens, die edle Wahrheit von der Beendigung des Leidens und die edle Wahrheit vom Weg, der zur Beendigung des Leidens führt.  Durch ein mit reichen Verzierungen ausgestattetes Steintor gelangten wir in die Tempelanlage, wo wir den Bodhi-Baum bewundern konnten. Er steht auf einer erhöhten Terrasse, der Zutritt ist verboten. Wir wunderten uns über die Zierlichkeit dieses Baumes, der mit seinen mehr als 2.200 Jahren zu den ältesten Bäumen der Welt zählt.

 

Maha Bodhi Baum AnaradhapuraFür ceylonesische Buddhisten ist der Bodhi-Baum in Anuradhapura einer der bedeutendsten Pilgerstätten auf Sri Lanka. Es handelt sich nämlich um einen Ableger des Baumes, unter dem Buddha einst seine Erleuchtung gefunden hatte. Die Tochter des Kaisers Ashoka, Sanghamitta, brachte 250 v. Chr. einen Zweig nach Sri Lanka, aus dem der Baum erwuchs. Bis heute wird er ständig eifrig gepflegt und gehegt. Die Buddhisten auf Sri Lanka sind davon überzeugt, dass der Buddhismus nur solange auf der Insel bestehen bleiben kann, wie der Baum grünt und gedeiht. Zum Zeichen für ein erfülltes Gelübde legen gläubige Pilger hier ihre Opfergaben nieder, Räucherstäbchen, Gebetwimpel und Blumen.

 

Der Brazen-Palast in AnuradhapuraNicht allzu weit entfernt kamen wir zu einen weiteren Kulturdenkmal, dem Brazen-Palast. Von dem ursprünglichen, sehr prunkvollen Kloster ist heute leider nichts mehr zu sehen. Einst stand an dieser Stelle ein neun Etagen hoher quadratischer Bau mit einem Dach aus Kupfer. Das Holzgebäude war mit kostbaren Edelsteinen, Silber und Korallen verziert, brannte aber bereits 15 Jahre nach seiner Errichtung vollständig ab. Auch das Nachfolgergebäude, dass König Sadda Tissa bauen erstellen ließ, wurde vollkommen zerstört, vermutlich durch die Heere der Cholas. Heute stehen an dieser Stelle noch ein Säulenwald aus Monolithen, insgesamt 1.600 rechteckig behauene Säulen, in vierzig Reihen. Sie gehörten zu einem Bauwerk, aus dem 12. Jh., das König Parakramu Bahu errichten ließ.

 

Die Thuparam-Dagoba in AnuradhapuraKreise konzentrischer Säulen umgeben auch die Thuparam-Dagoba, die wir ebenfalls in unsere Besichtigungstour eingeschlossen hatten. Die vermutlich älteste Dagoba Sri Lankas wurde im 5. Jh. v. Chr. von König Devananpiya-Tissa errichtet. Im Inneren wird eine wertvolle Reliquie aus Indien aufgewahrt, ein Splitter aus dem rechten Schlüsselbein Buddhas.

 

Die Jetwana-Dagoba in AnuradhapuraAuch die größte Dagoba Sri Lankas, die Jetwana-Dagoba, haben wir besichtigt. Heute misst die komplett aus Ziegelsteinen erbaute und auf einem Zementfundament stehende Dagoba 70 Meter. Der obere Teil ist abgebrochen, einst soll sie sogar 122 Meter hoch gewesen sein. Der Bau ist derart von Pflanzen überwuchert, dass man die Steine darunter so gut wie nicht mehr darunter erkennen kann.

 

Antike Wassergräben in AnuradhapuraNeben den sakralen Gebäuden haben wir natürlich auch die zahlreichen Ruinen in den weitläufigen Ausgrabungsstätten erkundet. Die antike Stadt Anuradhapura verfügte bereits über ausgedehnte Kanalanlagen und gewaltige Stauseen, die der Wasserversorgung dienten. Anhand der archäologischen Fundstätten zeigt sich, dass die Stadt absolut wohl geordnet durchdacht und geplant war. Die unterschiedlichen Kasten und Berufe waren in eigenen Wohnvierteln untergebracht und hatten ihre eigenen Friedhöfe. Zudem gab es Verwaltungsgebäude, Krankenhäuser und Klöster. Die archäologischen Ausgrabungsstätten zeugen von einer hohen zivilisierten und kulturellen Vergangenheit der Stadt Anuradhapura. Und noch immer ist das riesige Gelände nicht vollständig erforscht…

 

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Aktualisiert ( Montag, 30. Juni 2008 um 14:54 )
 
 

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