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Mittwoch, 16. Juli 2008 um 10:31
Brunei: Prachtvolle Paläste und Moscheen, moderne Hochhäuser und Pfahlbauten am Flussufer

Die Flagge von Brunei Darussalam Das kleine südostasiatische Sultanat Brunei an der Westküste der Insel Borneo im Westchinesischen Meer besteht aus zwei Landesteilen, die durch das Limbangtal, das zum malaysischen Bundesstaat Sarawak gehört, getrennt werden. Der amtliche Name Brunei Darussalam stammt aus dem arabischen und bedeutet: "Heimstadt des Friedens". Staatsoberhaupt und Regierungschef der islamisch geprägten, absoluten Monarchie ist Sultan Haji Hassan al-Bolkiah Mu'izzaddin Waddaulah.

 

Karte vom Sultanat Brunei Auf unserer Rundreise durch Borneo machten wir zunächst einen Abstecher in das kleine Sultanat Brunei im Nordwesten der Insel. Und hier wurden wir zum ersten Mal mit der schwülen Tropenhitze konfrontiert, die uns in den nächsten Tagen während unserer Tour über die Insel begleiten sollen. In dieser Tropenregion in Nähe des Äquators liegt die jährliche Durchschnittstemperatur bei 28 Grand Celsius und das bei einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 82 Prozent.

 

 

 

 

Sultanspalast Istana Nurul Iman in BruneiUnser erster Besuch galt dem Sultanspalast Istana Nurul Iman in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan. Ein wahrlich pompöses Traumschloss, geschaffen wie aus "Tausend und Einer Nacht". Auf 200.000 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich 1.800 Zimmer und 200 Toiletten. An die 300 Millionen Dollar kostete die Konstruktion dieses prunkvollen Wohngebäudes, eines der größten auf der Welt. Betreten darf man den Sultanspalast jedoch leider nicht.

 

Sultan Haji Hassan al-Bolkiah Mu'izzaddin WaddaulahIn diesem prächtigen Palast residiert Sultan Haji Hassan al-Bolkiah Mu'izzaddin Waddaulah (geboren am 15. Juli 1946), seit Oktober 1967 Staatsoberhaupt und Regierungschef von Brunei und einer der reichsten Männer der Welt. Im Jahr 2003 wurde sein Privatvermögen auf rund 38,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Einige Fehlinvestitionen sorgten für zwar im für eine Reduzierung auf 20 Milliarden Dollar im Jahr 2005. Ist aber auch nicht gerade wenig, oder? Bruneis Wirtschaft profitiert von enormen Erdgasfeldern und Erdölvorkommen und dieser Reichtum wird als persönliches Eigentum des Sultans verstanden.

 

 

 

 

Sultanspalast Istana Nurul Iman in BruneiIn seinen jungen Jahren besuchte Al-Bolkiah englische Elite-Schulen und -Universitäten. Seinen beiden Ehefrauen Hajja Saleha und Azrinaz Mazhar, mit denen er zusammen elf Kinder hat, lässt der Sultan nach islamischer Verpflichtung absolut gerechte Gleichbehandlung zukommen. Die eine besucht er morgens in ihrem Palast, die andere am Nachmittag. Und den Abend verbringt er in seinen eigenen 366 Räumen. Seine Leidenschaft gilt dem Reitsport, immerhin zählt er zu den besten Polospielern der Welt. Neben einer umfangreichen Sammlung von Sport- und Luxuswagen und einer 142 Meter langen Yacht hat der Sultan einige Privatflugzeuge des Typs Boeing 747 Jumbo in seinem Besitz.

 

Sultanspalast Istana Nurul Iman in BruneiSeit über 600 Jahren wird Brunei von Sultanen regiert. Hassanal Bolkiah ist der 29. Sultan. Er vereinigt Staatsoberhaupt, Premier-, Verteidigungs- und Finanzminister in einer Person und ist zugleich oberster Hüter der islamischen Staatsreligion. 1998 wurde sein Sohn Prinz al-Muhtadee Billah zur Nachfolge als künftiger dreißigster Sultan von Brunei bestimmt.

 

 

Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee in BruneiSehenswert war für uns auch die in einer künstlichen Lagune liegende Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee, benannt nach dem Vater des Sultans. Die goldenen Kuppeln und das 54 Meter hohe Minarett leuchten über der Stadt. Das Gebäude wurde aus italienischem Marmor errichtet, ein venezianisches Mosaik verziert den Hauptdom der Moschee. Fertig gestellt wurde das prächtige Bauwerk im Jahr 1958.

 

Moderne Skyline in Bandar Seri Begawan in BruneiAber nicht nur Paläste und Moscheen prägen das Stadtbild. Mit Betonbauten und Hochhäusern zeigt die Stadt Bandar Seri Begawan ihr modernes Gesicht, das in dieser Hinsicht von einer westlichen Metropole kaum zu unterscheiden ist.

 

 

 

 

Auf dem Markt Tamu in BruneiUnternimmt man jedoch einen Rundgang über den Markt Tamu spürt man sofort wieder, dass man im fernen Asien weilt. Mit Begeisterung sind wir durch die farbenfrohen Stände gebummelt, haben gestaunt und uns von manchem exotischen Angebot verlocken lassen.

 

 

 

Pfahldorf Kampong Ayer in BruneiBei einer Fahrt flussaufwärts gelangten wir zum Pfahldorf Kampong Ayer, was übersetzt soviel wie "Wasserdorf" bedeute. Rund 30.000 Menschen leben in diesen auf Stelzen gebauten Häusern am Ufer des Brunei-Flusses. Labyrinthähnliche Holzgänge und Brücken verbinden die einzelnen Bauten.

 

 

Alles in allem kann man sagen, ein Besuch in Brunei lohnt sich auf jeden Fall. Uns fehlte leider die Zeit zu einem Ausflug zu den Naturschönheiten, wie den Sungai Liang Forest Recreation Park, der einen der wenigen Flachland-Wälder in Südostasien innehat, den großen See Tasek Merumbun oder den Wasserfall Wasai Wong Kadir.

 

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Aktualisiert ( Mittwoch, 16. Juli 2008 um 11:46 )
 
 

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