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Dienstag, 12. August 2008 um 10:52
Heilige Affen im Wald von Kedaton und ein traumhafter Sonnenuntergang am Meerestempel Pura Tanah Lot auf Bali

Sonnenuntergang am Pura Tanah Lot auf BaliEiner der schönsten Meerestempel auf Bali, der Pura Tanah Lot, steht auf einer schwarzen vulkanischen Klippe und bietet den perfekten Hintergrund, wenn am Abend die Sonne am roten Himmel, sich im Wasser spiegelnd, im Meer versinkt. Tausende Touristen zieht es täglich an diesen Ort, um den einmaligen Anblick zu genießen und auf Fotos festzuhalten. Trotz der Geschäftemacherei und den vielen Menschen lohnt sich ein Besuch.

 

 

Rhesusaffe im Affenwald Kedaton auf BaliAuf unserem Weg zum Sonnenuntergang nach Pura Tanah Lot machten wir zunächst erstmal einen Abstecher in den Affenwald von Kedaton. Neben Schlangen und Fledermäusen werden auf Bali auch die Affen als heilige Tiere verehrt. Die Balinesen sehen in ihnen Nachkommen des Affengenerals Hanuman, eine sehr populäre hinduistische Göttergestalt, die sich als Affe manifestiert. In manchen Legenden wird Hanuman als Sohn des Windgottes Vayu beschrieben, in anderen gar als Sohn Shivas.

 

 

Affeneltern mit Nachwuchs - Kedaton BaliWir besuchten den nördlich von Mengwi gelegenen, etwa 12.000 Hektar großen Affenwald von Kedaton. Da die Tiere von den Einheimischen verehrt werden, zeigen sie keinerlei Furcht vor Menschen. Aus nächster Nähe kann man die possierlichen Makaken beobachten. Berührt hat uns vor allen Dingen, wie liebevoll sie sich die Affeneltern um ihren Nachwuchs kümmern.

 

 

Affe mit Banane - Kedaton BaliVorsicht ist allerdings geboten. Die Tiere haben sich daran gewöhnt, dass sie von den Touristen gefüttert werden. Dafür sorgen ja auch schon am Eingang die Händler, die Nüsse und Bananen an die Besucher verkaufen. Im Laufe der Zeit haben die Affen natürlich erkannt, wie leicht es ist, ihren Nahrungsbedarf von den "Zweibeinern" zu erbetteln und wenn dieser nicht willig ist, dann wird eben ein bissel mit aggressivem Verhalten nachgeholfen. Allein schon gefletschte Zähne und ein wenig Gekreische können bewirken, dass der "Essensgeber" erschrickt und sein gesamtes Futterpaket einfach fallen lässt. Deshalb sollte man seine Vorräte lieber nicht so offen zeigen, sondern in kleinen Mengen offen in der Hand halten. Und natürlich auf keinen Fall zurückziehen, wenn das Tier zugreift.

 

Herumtobende Affen - Kedaton BaliAchtung, die munteren, herumtollenden Affen bevorzugen nicht nur Knabbereien, sondern klauen auch gern mal Mützen, Schmuck oder Brillen. Also aufpassen!

 

 

 

 

 

Flughunde im Affenwald Kedaton auf BaliNeben den Affen kann man im Kedaton-Wald nebenbei auch noch Kolonien von Flughunden bewundern. Diese fledermausartigen, nachtaktiven Tiere schlafen tagsüber mit dem Kopf nach unten an den Bäumen hängend. Erst in der Dämmerung und nachts gehen sie auf Nahrungssuche. Ihren Namen haben die Tiere wegen ihres putzigen, hundeartigen Aussehens erhalten.

 

 

Souvenirladen auf BaliNach Verlassen des Affenwaldes ging's dann weiter in Richtung Pura Tanah Lot. Schon bei der Ankunft merkt man sofort, dass man sich hier an einer der großen Touristenattraktionen auf Bali befindet. Überall Souvenirshops, kleine Läden, Händler und jede Menge Kinder, die Postkarten verkaufen wollen. Schön wäre es gewesen, auf einer der Terrassen der vielen Restaurants einen Sitzplatz zu ergattern, um von hier aus in aller Ruhe den Sonnenuntergang zu genießen. Aber keine Chance, alle Plätze waren voll belegt.

 

 

Meerestempel Pura Tanah Lot auf BaliBeim Anblick des Tempels, der mit dem eigenartig geformten, schwarzen Vulkanfels eine bizarre Einheit bildet, waren wir aber dann doch so überwältigt, dass aller Unmut ganz schnell vergessen war. Auch vor Sonnenuntergang bietet sich dem Besucher ein fantastischer Anblick. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Tanah Lot "Land inmitten des Meeres". Und das trifft in diesem Fall ja auch voll zu. Nur bei Ebbe ist der Tempel trockenen Fußes erreichbar, bei Flut ist er völlig vom Meer umspült. Für Touristen ist der Tempelzutritt sowieso nicht erlaubt, er darf nur von gläubigen Hinduisten betreten werden.

 

 

Küstenlandschaft bei Tanah Lot auf BaliEntstanden ist dieses außergewöhnliche Bauwerk im 16. Jahrhundert. Wie viele Buddhisten und Hindus war der javanische Priester Danghyang Nirartha vor dem sich immer mehr ausbreitenden Islam nach Bali geflüchtet. Der Legende nach sah der Shiva-Priester am Meeresufer eine Lichterscheinung von der Westküste her aufsteigen. Wegen dieses außergewöhnlichen Erlebnisses nutzte er den Platz zur Meditation. Schon bald schlossen sich Schüler aus der näheren Umgebung zu seiner Anhängerschaft zusammen. Das erweckte den Neid des ansässigen Priesters Bendesa Beraben, und er forderte den Eindringling Nirartha auf, den Ort zu verlassen. Aber dieser ging der Gefahr aus dem Weg, nutzte seine magischen Kräfte, bewegte einen Felsen ins Meer und so erschuf er Tanah Lot.

 

Meerestempel Pura Tanah Lot auf BaliUm den Tempel vor der Rache des Hohenpriesters Bendesa Beraben zu schützen, verwandelte Nirartha seinen Gebetsschal in eine schwarz-gelbe giftige Schlange. Noch heute leben diese Schlangen, deren Gift, wie es heißt,  tödlicher ist als das einer Kobra, in einer Höhle unterhalb des Tempels.

 

 

Opfergabe am Pura Tanah Lot auf BaliAlle 210 Tage, aus Anlass der Feiern zu Kuningan, an denen nach dem Glauben der Balinesen die Götter in die Häuser der Ahnen, die Tempel und die Häuser der Lebenden einkehren, findet in Tanah Lot ein großes Fest statt. Tausende von Gläubigen bringen ihre Opfergaben in langen, feierlichen Prozessionen in den Tempel. Zehn Tage lang dauern die Feierlichkeiten, bis die Götter die Häuser wieder verlassen. 

 

 

Sonnenuntergang am Pura Tanah Lot auf BaliDer absolute Höhepunkt eines Besuchs am Meerestempel Tanah Lot ist natürlich der Sonnenuntergang. Vor der traumhaft schönen Kulisse an der Küste hebt sich der schwarze Tempel bizarr vom dunkelrot gefärbten Himmel und der am Horizont im Meer versinkenden Sonne ab. Fast nirgendwo auf der Welt bietet sich dem Betrachter  ein so überwältigender Anblick des Sonnenuntergangs wie hier in Tanah Lot auf Bali…

 

 

 

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Aktualisiert ( Dienstag, 12. August 2008 um 11:42 )
 
 

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