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Mittwoch, 29. September 2010 um 13:29
Ticketpreise steigen: Flüge in die USA knapp 18 Prozent teurer

Die Flugpreise steigen kontinuierlich wieder an. Cheapflug.de, internationaler Marktführer für die Suche nach und den Vergleich von Flugpreisen, registriert diese Entwicklung und stellt fest, dass die Preise auf internationaler Ebene fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben. Vor einem Jahr hatte das Online-Portal bereits vorausgesagt, dass Treibstoff sowie das ungleiche Verhältnis von Sitzkapazität und Nachfrage die Flugpreise wieder steigen lassen würden.

Die Verbraucherindizes aus Deutschland, Großbritannien und den USA bestätigen diesen Trend. In Deutschland sind die Flugpreise, vergleicht man August 2009 und August 2010, durchschnittlich um vier Prozent gestiegen, die Tickets in die USA sind sogar um 17,9 Prozent teurer (Statistisches Bundesamt). In den USA sind die Flugpreise im selben Zeitraum insgesamt um 19 Prozent gestiegen, nach Europa sogar um 27,6 Prozent (Quelle: US Bureau of Labor Statistics). In Großbritannien zeigt der Verbraucherpreisindex, dass Flüge um 23,1 Prozent teurer sind (UK Government CPI). Die neue vierstufige Passagierabgabe, die von der britischen Regierung im vergangenen November eingeführt wurde, hat dazu beigetragen, die Flugpreise in die Höhe schnellen zu lassen.

Ein weiterer Faktor für Preissteigerungen ist der 13-prozentige Anstieg der Treibstoffpreise im vergangenen Jahr. Nach dem neuesten IATA-Treibstoff-Monitor liegt der Preis jetzt bei 89 US-Dollar pro Barrel. Parallel dazu hatte die Luftfahrtindustrie den Ausbau ihrer Kapazitäten gestoppt, was – wie erwartet – zu höheren Sitzladefaktoren führte. Im Juli 2010 lagen die durchschnittlichen Sitzladefaktoren in Nordamerika bei 87,2 Prozent, in Europa bei 84,5 Prozent, jeweils mehrere Prozentpunkte höher als im Jahr davor.

Eine Besonderheit des Marktes ist derzeit, dass Reisen in der Premiumklasse günstiger geworden ist. Bei einem Blick auf die Preisentwicklung für Reisen in die USA gilt, dass die Preise für Business-Class-Tickets im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind, während Flüge in der Economy Class um 22,8 Prozent teurer geworden sind. Und dieses trotz weniger Urlaubsreisen. Wobei die Entwicklung ebenso ein Zeichen für die gestiegene Nachfrage der Geschäftsreisenden sein kann, die mehr und mehr in der Economy Class reisen müssen.

Chris Cuddy, CEO von Cheapflights Media, dazu: „Auf unseren englischsprachigen Seiten in Großbritannien und Nordamerika hat es im Hinblick auf die Suche nach Flügen einen signifikanten Anstieg um 34 Prozent gegeben, wenn man den Zeitraum August 2007 bis August 2008 und August 2009 bis August 2010 vergleicht. Dieses reflektiert das weltweite elfprozentige Wachstum bei der Nachfrage nach Flügen, wie es die IATA für 2010 vorausgesagt hat. Es passt zudem zu der aktuellen Vorhersage der IATA, die einen Anstieg der Gewinne der Fluggesellschaften in allen Erdteilen vorhersieht – bis auf Europa. Aber auch in Europa sollten sich nach den IATA-Prognosen die Verluste der Airlines 2010 halbieren. Der Aufschwung nach der Rezession und das Hinterherhinken der Kapazitäten im Zusammenspiel mit der steigenden Nachfrage haben in den letzten zwölf Monaten zu einem Anstieg der Flugpreise und der Profitabilität geführt. Nichtsdestotrotz ist in den USA der Verbraucherpreisindex in den letzten zwei Monaten wieder gefallen und die Situation dort deutet darauf hin, dass die zunehmende Sitzplatzkapazität die Nachfrage wieder ausgleicht und die Aufwärtsentwicklung der Flugpreise abschwächt. 2011 wird der wirtschaftliche Aufschwung in Europa und in den USA wieder in langsamere Bahnen gelenkt, was die Nachfrage und damit die Sitzladefaktoren und die Gewinne der Fluggesellschaften, beeinflusst.

Francesca Ecsery, Global Sales Director von Cheapflights Media, fügt hinzu: „Schaut man sich die Entwicklung der Flugpreise an, gibt es verschiedene externe Einflussfaktoren. Steigen zum Beispiel die Treibstoffpreise über die momentanen 89 US-Dollar/Barrel, werden die Fluggesellschaften gezwungen sein, erneut über Preiszuschläge nachzudenken. Zudem wird sicherlich die weitere Erhöhung der Passagierabgabe in Großbritannien die Kosten für alle Fluggäste, die ab Großbritannien starten, steigen lassen – insbesondere bei Langstreckenflügen. In Deutschland wird die Luftverkehrsabgabe das Fliegen verteuern. Darüber hinaus kommen auch mit der bevorstehenden Einbindung der Luftfahrt in das „European Carbon Trading Scheme“ etwa eine Milliarde Dollar pro Jahr an zusätzlichen Kosten auf die Fluggesellschaften zu. Diese werden zweifelsohne an die Konsumenten weitergegeben. Es bleibt abzuwarten, ob diese europäischen Steuern den Verkehr in der Region reduzieren werden. Die Fluggesellschaften werden wahrscheinlich vorsichtig sein, die Kapazitäten zu erhöhen, ohne einen wirklichen Beweis dafür zu haben, dass sich die globale Wirtschaft erholt und die Nachfrage steigt. Dennoch besagen die Prognosen auf beiden Seiten des Atlantiks alles in allem, dass die Preise langsam steigen werden und sich die Wirtschaft allmählich wieder erholt.“

Quelle: Cheapflights Media

 

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