Von Manaus führen fast alle Wege in die Dschungelwelt des Amazonas Das am Rio Negro gelegene Manaus ist Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, des flächenmäßig größten Staates in Brasilien. Er umfasst das westliche Amazonasbecken im Norden Brasiliens und besteht größtenteils aus tropischem Regenwald. Manaus ist deshalb der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in das artenreiche Dschungelgebiet am Amazonas.
Ende des 19. Jahrhunderts, als der brasilianische Naturkautschuk den Weltmarkt beherrschte, gehörte Manaus zu den reichsten Städten der Welt. Die Kautschukbarone führten ein absolut extravagantes Leben im ausschweifenden Luxus. Noch heute zeugen mehrere Prachtbauten damaligen ungeheuren Reichtum. Eines der herrlichsten, noch erhaltenen Gebäude aus der Blütezeit der Stadt ist das imposante Teatro Amazonas. Seine Kuppel mit den aus Frankreich importierten goldnen, grünen, blauen und roten Kacheln, leuchtet über die ganze Stadt. Fast 700 Zuschauern bietet der dem italienischen Renaissancestil nachempfundene Luxuspalast Platz. Nach zwölf Jahren Bauzeit, wobei die verwendeten Materialien größtenteils aus Europa oder anderen Teilen der Welt importiert wurden, fand die feierliche Einweihung am Silvesterabend des Jahres 1896 statt. Heute gilt das im historischen Stadtkern gelegene Teatro Amazonas als das Wahrzeichen Manaus. Hier finden nicht nur Theater- und Opernaufführungen statt, im Umkreis werden auch oftmals Festivals und besondere Festakte veranstaltet.
Sehenswert ist auch der Palácio Rio Negro, den sich der exzentrische deutsche Gummibaron Waldemar Scholz 1910 als Wohnsitz erbaut hatte. 1918 erwarb der Bundesstaat Amazonas den Bau und nutzte ihn eine Zeitlang als Regierungssitz. Nach einer umfangreichen Renovierung im Jahre 1997 dient das gut erhaltene Gebäude heute als Kulturzentrum und Museum. Außerdem werden hier zeitweise Treffen mit bedeutenden Persönlichkeiten abgehalten.
Im Hafen steht die nach Plänen von Gustav Eiffel errichte Mercado Municipal. Dem 1883 fertig gestellten Gebäude mit seinen bunten Glasfenstern dienten die Pariser Markthallen "Les Halles" als Vorbild. Neben Fleisch, Fisch, Gemüse und Früchten werden hier auch Handarbeiten, T-Shirts und Souvenirs angeboten.
Der Hafen ist gleichzeitig Ausgangspunkt für die zahlreichen Ausflüge in den Dschungel des Amazonas, dem größten feuchttropischen Urwaldsgebiet der Erde. In den dichten, teilweise fast undurchdringlichen Wäldern ist eine unbeschreibliche Artenvielfalt zuhause. Rund 1.800 Vogelarten, 250 unterschiedliche Säugetiere und 1.500 Fischarten leben unter dem dichten Blätterdach der gigantischen Baumriesen. Eine Amazonasurwaldfahrt gehört zu den fantastischsten Naturerlebnissen.
Nur etwa zehn Kilometer von Manaus entfernt kam man es der seltsamsten Naturschauspiele der Welt beobachten. Am "Encontro das Águas" (Treffpunkt der Gewässer) trifft der schwarze Rio Negro auf das lehmig-braune Wasser des Rio Solimões. Wegen der Unterschiede in der Dichte, der Temperatur und der Geschwindigkeit fließen die beiden Flüsse etwa fünf bis zehn Kilometer nebeneinander bis es schließlich zur endgültigen Verschmelzung und zur Bildung des Amazonas kommt.
Auf dem riesigen, breiten Fluss erreicht man mit dem Boot den Parque Nacional do Januário, ein 688 Hektar großes, von zahlreichen Bächen durchzogenes Gebiet. Die Flora und Fauna ist einfach überwältigend. Inmitten herrlicher Blumen und anderer exotischer Pflanzen leben hier unterschiedliche Spezies harmonisch miteinander. Wer Glück hat, bekommt den roten Amazonas-Delfin, Affengruppen oder große Alligatoren zu sehen. Vor allen bei einer Fahrt mit dem Kanu durch die kleinen Seitenarme im Dschungel hat man Gelegenheit zu einmaligen Naturerlebnissen.
Wasserfälle, Stromschnellen und Höhlen inmitten des Dschungelgebietes findet man bei den Presidente Figueiredo. Markierte Wanderwege führen zu den Wasserfällen Iracema und Santuário. In den Naturbädern, die meist durch die Stromschnellen des Rio Urubu (Geierfluss) gebildet werden, lässt es sich herrlich im kühlen Nass planschen.
Nur mit dem Boot über den Rio Negro gelangt man zum1980 gegründeten Nationalpark "Parque Nacional Jaú" im undurchdringlichen Amazonasdschungel. In dieser Abgeschiedenheit hausen noch immer typische südamerikanische Wildtiere, wie Tapire, Krokodile, Sehkühe und sogar Jaguare. Mit einem Motorboot dauert die Fahrt von Manaus sechs Stunden. Wer´s gemütlicher angehen lässt und die Bootstour in Ruhe genießen möchte, kann den Naturpark auch mit regionalen Booten erreichen. Das dauert zwar etwas länger, etwa 18 Stunden, ist aber auch eine ganze Ecke preisgünstiger.
Um einen längeren Aufenthalt im dichten Amazonas-Urwald zu genießen, sollte man sich in einer der zahlreichen Dschungel Lodge einquartieren. Hier haben Naturliebhaber und Abenteuersuchende ausreichend Gelegenheit, die vielfältige Flora und Fauna des Regenwalds in unmittelbarer Nähe zu erleben… ZURÜCK
|