Belém - die Stadt der Mangobäume im Amazonas-Delta Belém, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Pará, liegt im Norden Brasiliens im Mündungsdelta des Amazonas, 145 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Heute leben in der 1616 von den Portugiesen gegründeten Stadt rund 1,4 Millionen Einwohner. Wie auch Manaus hatte Belém seine Blütezeit in der Kautschukära.
Obwohl Belém über einen der modernsten Flughäfen in Brasilien verfügt, kann ich nur jedem raten, die Stadt per Schiff über den Amazonas zu bereisen oder umgekehrt, stromaufwärts von Belém nach Manaus zu fahren. Ausreichend Zeit muss man dazu allerdings zur Verfügung haben, denn für die rund 1.500 Kilometer Entfernung braucht man mehrere Tage. Wenn man als Abenteurer auf Luxus verzichtet, kann man die Route auf einem Linienboot zurücklegen. Dann muss man allerdings primitive Schiffe, Übernachtung in Hängematten, Selbstverpflegung und ähnliches in Kauf nehmen, erhält dafür auf der anderen Seite einen wahren Einblick in das Leben der Menschen. Wer's lieber komfortabler mag, dem bietet sich die Möglichkeit, ein kostspieligeres, dafür aber bequemes Hotelboot für die Überfahrt auszuwählen. Die Entscheidung bleibt dem Geschmack und Geldbeutel eines jeden einzelnen überlassen.
Auf der langen Überfahrt kann man in aller Ruhe die aufregende Landschaft des größten Flusses der Erde genießen und kennen lernen. Im größten Dschungelgebiet auf unserem Planeten sind 2.300 verschiedene Baumarten beheimat. In den fischreichen Gewässern tummeln sich rund 3.500 unterschiedliche Fischarten und in den dichten Regenwäldern verstecken sich Tapire, Schlangen, Kaimane, Faultiere, Affen, Jaguare, bunt schillernde Papageien und, zur Bewunderung der Ornithologen, viele andere exotische Vogelarten. Wenn man Glück hat, bekommt auf der Fahrt vielleicht auch den rosafarbenen Amazonas-Delfin zu sehen.
Belém selbst ist eine ein wenig altmodische Stadt, die aber ihren eigenen, freundlichen Charme versprüht. Beim Flanieren unter den zahlreichen, riesigen Mangobäumen genießt man den kühlenden Schatten in der tropischheißen Stadt, in der es auch nachts nur wenig abkühlt. Im Gegensatz zu anderen Orten in Brasilien, ist Belém bisher noch nicht so vom Massentourismus befallen. Dabei hat die Stadt doch einiges an interessanten Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Da sind zunächst einmal die Bauten aus der Blütezeit des Kautschukbooms. Dazu gehört in erster Linie das Teatro da Paz. Das 1874 im neoklassischen Baustil errichte Gebäude spiegelt den Wohlstand und Reichtum der damaligen Kautschukbarone wider. Im Zuge der Renovierung im Jahre 2001 wurde das Theater mit modernsten akustischen und visuellen Techniken und einer zentralen Klimaanlage ausgestattet. Es zählt zu den bedeutendsten Theatern in Brasilien.
Aus dem Jahr 1688 stammt der Markt "Ver-o-peso", was übersetzt so viel wie: "Achte auf dein Gewicht" bedeutet. Frühaufstehen lohnt sich, wenn man das Treiben auf diesem bunten, farbenrohen und verlockenden Düfte verströmenden Markt so richtig genießen will. An den zahlreichen Ständen wird alles Mögliche angeboten, was in der Region zu finden ist. Neben umfangreichen Fischsorten, Fleisch, exotischen Früchten, einheimischen Gewürzen und Kräutern bieten die Händler auch Hausutensilien und Kunstgewerbeobjekte an.
Nicht versäumen sollte man einen Besuch im Goeldi Museum, Die 1866 von dem schweizerischen Naturforscher Emil August Goeldi (1859-1917) gegründete Institution, ist heute ein in der Welt anerkanntes Forschungszentrum. Zur Anlage gehört eine Parkanlage mit Tier- und Pflanzenarten aus dem Amazonasgebiet, eine anthropologische und naturhistorische Ausstellung, unter anderem mit Keramiken der Marajó-Indianer, sowie Aquarium mit Fauna des Amazonas.
Von Belém aus werden Ausflüge zur Insel Marajó angeboten, der größten Flussinsel der Welt. Auf dem mehr als 47.500 Quadratkilometer großen Eiland leben rund 50.000 Menschen, meist indianisch-afrikanische Mischlinge. Und hier weiden rund drei Millionen Wasserbüffel. Deren Vorfahren kamen 1920 nach Marajó. Als ein asiatisches Schiff vor der Küste gesunken war, konnte sich eine kleine Büffelherde retten und an Land schwimmen. Heute sind die schweren Dickhäuter die wertvollsten Nutztiere der Insel. Man nutzt sowohl ihre Arbeitskraft, als auch das hochwertige Bio-Fleisch und Leder.
Wer abseits vom Massentourismus ein Stück Brasilien kennen lernen möchte, der ist in Belém mit Sicherheit gut aufgehoben… ZURÜCK
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