Puno - Bei Touristen ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Inseln im Titicacasee Puno liegt auf 3.855 Meter Höhe an einer kleinen Bucht am Westufer des Titicacasees. Bekannt ist die Stadt auch unter dem Namen "Ciudad de Plata" (Stadt des Silbers). In der Vergangenheit waren nämlich die Silberminen von Puno äußerst ersprießlich. Aufgrund der geografischen Lage herrscht in Puno das ganze Jahr über trockenes und kaltes Klima. Die Durchschnitttemperaturen liegen bei 8 Grad Celsius mit einem Maximum von 15 Grad und einem Minimum von einem Grad.
Man erreicht Puno am schnellsten mit dem Flugzeug, Von Lima oder Cusco geht's zum Inca Manco Capac International Airport im zirka fünfzig Kilometer entfernten Juliaca. Außerdem verkehren zahlreiche Fernbuslinien, die Puno mit fast allen Städten in Peru verbinden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die 380 Kilometer lange Strecke von Cusco aus mit der Andenbahn zu bewältigen. Eine schöne Alternative, da man auf der rund zehn Stunden dauernden Fahrt die landschaftliche Umgebung in Ruhe betrachten kann.
Puno selbst ist seinen rund 118.000 Einwohnern eine eher kleine Stadt. Für Touristen interessiert ist sie durch ihre Lage am tiefblauen Titicacasee, dem höchsten schiffbaren See der Erde, der zum Teil zu Peru und zum anderen zu Bolivien gehört. Mit einer Ausdehnung von 8.288 Quadratkilometer ist er etwa 15mal so groß wie der Bodensee. An seinem Ufer kommt man sich vor wie am Gestade eines großen Ozeans.
Die einzige baulich bemerkenswerte Sehenswürdigkeit in Puno ist die spanischen Barockstil erbaute Kathedrale auf der Plaza Mayor. Die Vorderseite der aus dem 17. Jahrhundert stammenden römisch-katholischen Kirche wurde von dem peruanischen Bildhauer Simón de Asta mit dekorativen Figuren aus der regionalen Tier- und Pflanzenwelt ausgeschmückt. Im Inneren der Kathedrale vermischt sich spanischer Barock mit Elementen der Anden-Kultur.
Archäologische Zeugnisse aus einer Zeit noch vor der Inka-Kultur findet man auf der Halbinsel Sillustani am Umayo-See, zirka dreißig Kilometer westlich von Puno. Hier stehen die Chulpas, aus glatt polierten Steinen gebaute runde Gradtürme, in denen im 13. und 14. Jahrhundert während der Kolla-Kultur die Adligen und Vornehmen der Gesellschaft beigesetzt wurden.
Vom Hafen aus starten Handels- und Personentransportboote zu den zahlreichen großen und kleinen Inseln im Titicacasee und nach Bolivien. Zu den am meisten besuchten Inseln gehört Taquile. Hatten sich früher hier die Einwohner aus Angst vor Fremden versteckt, so hat sich dies in der Neuzeit radikal geändert. Gerne zeigen die heute etwa 1.600 Quechua, die auf dem 5,5 Kilometer langen und 1,6 Kilometer breiten Eiland leben, den ankommenden Touristen ihre traditionellen Gepflogenheiten. Berühmt geworden sind die strickenden Männer der Insel. Frauen kann man dagegen in ihren weiten und bunten Trachten beim Spindeln der Wolle beobachten. Sie sind es auch, die Schmuck aus Muscheln oder Halbedelsteinen an Reisende verkaufen.
Anziehungspunkt für Touristen sind natürlich auch die schwimmenden Inseln der Uro. Ursprünglich hatten sie zum gedient. Im Angriffsfall wurden schnell die Verankerungen gelöst, und man konnte sich weit entfernt vom Ufer auf den großen See zurückziehen. Gebaut werden diese Inseln aus kreuzweise geschichteten Lagen aus Totora-Schilf, das reichlich in Ufernähe des Titicacasees wächst. Aber nicht nur zum Bau der Inseln, auch zum Herstellen der Boote, der Matten zum Hausbau und selbst zur Ernährung wird das Schilf verwendet.
Für Einheimische bleibt der Titicacasee bis heute ein magischer Ort. Hier stiegen einst die Kinder der Sonne aus dem See, um das Reich der Inka zu gründen. Jedes Jahr Anfang November wird deshalb in Puno ein Fest zu Ehren des Sonnengottsohnes Manco Capac und seiner Schwester Mama Occllo gefeiert. Mit Sonnenaufgang wird das legendäre Pärchen von einer Insel des Sees zum Hafen nach Puno gebracht und dort von einer feierlichen Delegation in Empfang genommen. Traditionelle Tänze in farbenfrohen Kostümen mit folkloristischer Musik untermalen das beeindruckende Ereignis.
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