Die alte Inka-Stadt Cusco gehört heute zu den touristischen Highlights in Südamerika Im Zentrum des peruanischen Hochlands auf 3.416 Meter Höhe liegt Cusco, die einstmals prächtige Hauptstadt des Inka-Reiches. Heute noch erinnern die mächtigen Mauern der Festung Sacsayhuamán oberhalb der Stadt, sowie die gut erhaltenen Grundmauern vieler Paläste, Klöster und Kirchen an die "goldenen" Zeiten der Inka-Herrschaft, als Cusco noch als "Nabel der Welt" galt.
Anfang des 16. Jahrhunderts erstreckte sich das riesige Imperium der Inkas von der Südgrenze Kolumbiens bis nach Zentralchile. Zu dieser Zeit erlebte Cusco seine Glanzzeit. Tempel und Paläste waren aufwendig mit Gold verziert, das sich im gleißenden Sonnenlicht spiegelte. Auf den durch Kanäle bewässerten Terrassen in der Umgebung gediehen Mais, Kartoffeln, Perureis, Kürbis, Tomaten, Erdnüsse und Paprika. In der Stadtmitte, wo Straßen aus allen Teilen des Reiches zusammenliefen, hatte man auf dem Platz der Tränen mehr als sechzig Zentimeter hoch Sand aufgeschüttet. Besucher aus den Küstenprovinzen hatten ihn als Zeichen der Ehrerbietung über kilometerlange Strecken auf steilen Bergpässen nach Cusco getragen. Zu dieser Zeit, als Cusco von den Inkas als "Nabel der Welt" angesehen wurde, war die Stadt reicher als das alte Rom.
Aber das bittere Ende folgte. Im November 1532 nahm der spanische Konquistador Francisco Pizarro den Inka-Herrscher Atahualpa gefangen. Ein Jahr später wurde die Stadt von den Spaniern geplündert und gebrandschatzt. Tempel und Paläste wurden niedergerissen, alle Kunstwerke aus Gold und Silber eingeschmolzen. Auf ihren Trümmern errichtete man eine spanische Kolonialstadt.
Den Mittelpunkt der heute erhaltenen Altstadt spielt die Plaza de Armas mit ihren Kirchen im Kolonialstil. Beeindruckend erhebt sich hier die Kathedrale von Cusco, die nach einem Erdbeben im Jahr 1950 fast vollständig erneuert wurde. Erhalten blieben der kunstvoll gearbeitete silberne Hauptaltar, das Chorgestühl, sowie einige Gemälde. Zu den berühmtesten Schnitzwerken des Landes gehört die aus Zedernholz gefertigte Kanzel der Kirche San Blas.
Als schönste Kirche der Stadt wird die Jesuitenkirche La Compañia de Jesús angesehen. Sie wurde in der Zeit von 1552 bis 1668 auf den Grundmauern des Palastes von Huayna Cápac errichtet. Wegen ihres Prunkes und ihrer aufwendigen Pracht kam es damals sogar zu einem Kirchenstreit.
Von Cusco aus sollte man unbedingt einen Ausflug zum Urubambatal unternehmen. Entlang des gleichnamigen Flusses führt die Fahrt durch das "Tal der Könige" nach Ollantaytambo. An dieser strategisch günstigen Stelle errichteten die Inka eine Tempelburg, von der aus sie den Zugang zum Heiligen Tal bestens bewachen konnten. Zudem diente die Festung als Aufbewahrungsort für die Herzen der verstorbenen Inka-Herrscher. Meisterhaft staffeln sich die Terrassen den Steilhanf hinauf zur Befestigungsanlage.
Ebenfalls im Urubambatal, etwa 34 Kilometer nordwestlich von Cusco, erreicht man Pisac. Hier errichten die Inka rund 3.000 Meter über dem Meeresspiegel eine ihrer größten Städte. Auf den rundherum ausgedehnten Terrassenfeldern gediehen aufgrund des fruchtbaren Bodens und des trotz der Höhe milden Klimas Gemüse und Früchte und machten die Stadt zu einem bedeutenden Versorgungszentrum. Die heute noch gut erhaltene Anlage, die sich über mehrere Quadratkilometer ausdehnt, gehört zu den beeindruckendsten Bauleistungen des Inkavolkes.
Hoch über Cusco liegt die Festung Sacsayhuamán. 20.000 Indios sollen während der 70jährigen Bauzeit an dem Mammutprojekt mitgearbeitet haben. Wahrscheinlich wurde die imposante Anlage zum Schutz der Stadt Cusco errichtet. Bewundernswert sind die großen Steinblöcke, die bis zu 300 Tonnen wiegen und dennoch so hervorragend bearbeitet wurden, dass sie fugenlos ineinander passen. Ein wahres Wunderwerk. Die Mauern sind auf drei Etagen im Zickzack angelegt, davor befindet sich ein großer Festplatz. Gegenüber konnte der Herrscher von einem aus dem Fels gehauenen Thron am 24. Juni der Sonnenwende beiwohnen. Von der Festung bietet sich ein traumhafter Ausblick über die roten Dächer von Cusco und die Umgebung.
Nach der glanzvollen Zeit während des Inka-Imperiums verkam Cusco zu einer unbedeutenden Provinzstadt. Erst die Entdeckung von Machu Picchu Anfang des 20.Jahrhunderts brachte die Wende. Als Ausgangspunkt zum Besuch der sagenhaften Anlage der Inkas empfängt Cusco heute Touristen aus aller Welt. ZURÜCK
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